Seit der Gründung der cre8th GmbH am 15.12.2015 ist viel passiert. Fast 5 Jahre sind vergangen, die zu den ereignisreichsten meines Lebens gehören.

Wer mich schon länger begleitet oder weiß, was davor war, wird erstaunt sein, denn auch mein Leben vor dem cre8th-Start war nicht unbedingt etwas für schwache Nerven. Mein ganzer Lebenslauf war weder hürdenfrei noch ereignislos und selbständig war ich schließlich schon seit 2007.

Konnte das Leben durch die Gründung eines Sozialunternehmens noch ereignisreicher werden?

Ja, das Leben konnte.

Mein Lebenslauf war von Geburt an kein „Lauf“ im eigentlichen Sinne, sondern eher ein Klettersteig mit Downhill und anschließender Hochseilakrobatik. Herausfordernd und unkonventionell bei jeder Bewegung. Aber durchaus mit traumhaften Aussichten.

So wie mein ganzer Werdegang auf den ersten Blick „chaotisch“ war, so war es auch die Entwicklung von cre8th. Natürlich hatte ich zu Beginn insgeheim gehofft, in diesem einen Fall könnte es ja vielleicht mal auf direktem Weg und einfach gehen. Eine ziemlich unrealistische Erwartung, wenn man sich den Zweck des Unternehmens und den Namen betrachtet. Trotzdem hatte ich den guten Vorsatz, diese Firma, dem Businessplan entsprechend, ganz geradlinig, orthodox und komplett unkreativ auf die Beine zu stellen.

Das klappte natürlich. Nicht.

Warum selbst ich, als Verfechterin der Kreativität, genau diese nur in Dosen haben und sie sogar am liebsten aus meinem Unternehmen herausgehalten hätte? Weil ich eben auch nur ein Mensch bin.

Als menschliches Wesen brauchen wir Wärme, Zuwendung, Anerkennung, Liebe und Orientierung. Als Kind bekommen wir das selbstverständlich und später zumindest gesellschaftlich als selbstverständlich erwartet – von anderen. Es ist etwas, das uns gegeben wird bzw. wir uns mit Geld kaufen können. Denken wir.
Auf jeden Fall muss es wohl etwas sein, was um uns herum existiert und zu uns gebracht wird.

Das Rundum-Sorglos-Programm der Erfüllung aller Grundbedürfnisse bietet wahre Kreativität nicht. Weder als Geschenk, noch teuer zu erwerben. Im Gegenteil. Kreativ zu sein bedeutet nämlich, Dinge anders zu machen, eigene Erfahrungen zu sammeln, Wege zu gehen, die noch keiner ging. Leider sind das einsame Wege, auf denen wenig Lob und Applaus warten. Da gibt es auch kein wärmendes Haus, in das du einkehren kannst, da gibt es noch nicht mal irgendeine Art von Zivilisation. Wer lobt dich dafür? Wer bezahlt dich dafür? Wem kannst du überhaupt auf diesem Weg begegnen? Wer tröstet dich? Woran sollst du dich orientieren, wenn es keine Wegweiser gibt?

Ist Kreativität also doch gar nicht so gut? Eine Bürde, die man besser loswerden sollte?
Natürlich nicht. Kreativität erfüllt alle menschlichen Grundbedürfnisse im eigenen Inneren und dort in einer Fülle und Buntheit, die man im Außen niemals finden und von anderen niemals bekommen könnte. Sie macht unabhängig, glücklich und lehrt, ohne zu belehren.
Deshalb ist Kreativität so wichtig, deshalb brauchen wir mehr davon. Aber Fülle und Buntheit im Inneren gibt es nicht umsonst. Sie kostet den Blick ins Leere. In etwas, das noch nicht beschrieben wurde, das noch nicht ausgemalt ist. Sie kostet den Blick auf ein weißes Papier, das das Leben ist, und das man selbst gestalten wird.
Sie kostet auch den Blick in die Dunkelheit. In etwas, das beschrieben wurde, das gemalt wurde, ohne dass wir es so haben wollten und das wir deshalb übertüncht haben, um es nicht mehr sehen zu müssen. Der Blick ins Innere fällt schwer, weil Leere und Dunkelheit schmerzen, auf unterschiedliche Art und Weise. Aber nur wer den Blick wagt, wird Fülle erschaffen wo noch das Nichts ist und Buntheit da, wo noch geschwärzt ist.

So habe ich zwar überall die Kreativität gepredigt, Kurse gegeben, Vorträge gehalten, freie Bildungsformen propagiert und hätte zugleich bei mir selbst alles lieber deutlich weniger kreativ gehabt. Weil es sehr anstrengend und mühevoll war, der Weg endlos erschien und ich mich oft sehr alleine gefühlt habe.

Heute bin ich einfach nur froh, durchgehalten zu haben und kann nur jedem mit auf den Weg geben, der auch gelegentlich zweifelt und sich fragt, was denn noch alles an Hürden in seinen Weg gestellt werden und ob er überhaupt irgendwann irgendwo ankommen wird: Geh weiter. Du kannst das. Es wird sich lohnen.

Oder mit Mahatma Gandhis Worten…

„Der Mensch macht Pläne, und oft muss er erleben, dass Gott sie umwirft. Wo aber die Suche nach Wahrheit das Ziel ist, da spielt es keine Rolle, ob die Pläne durchkreuzt werden: Das Ergebnis ist nie nachteilig, oft sogar noch besser, als es entworfen war.“

Nela

Nela

will Kreativität fördern und kleine und große Träumer ermutigen, ihre Ideen wahr zu machen und glückliche Lebenskünstler zu werden.

Möchtest du einen Kommentar hinterlassen?